Findbuch des MGH-Archivs
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MGH-Archiv 338/208

Personalakte Theodor E. Mommsen (1929-1935)

  • Bl. 1: Vertrag mit Paul Fridolin Kehr über wissenschaftliche Mitarbeit Theodor E. Mommsens gegen ein monatliches Honorar von 250,00 RM ab 1. April 1930 (26.03.1930)
  • Bl. 2a: Aufstellung der Tätigkeiten Theodor E. Mommsens während seiner Dienstzeit vom 1. Dezember 1929 bis zum 30. Juni 1935; Sammelarbeiten für die Regesten und Konstitutionen Ludwigs des Bayern, italienische "Acta Imperii", zeitweilig Mitarbeit an der Diplomata-Abteilung; Archivreisen nach Süddeutschland, ins Elsass und nach Italien (04.06.1935)
  • Bl. 2b: Zeugnis Paul Fridolin Kehrs für Theodor E. Mommsen; hauptsächlich archivalische Bearbeitung der Konstitutionen Ludwigs des Bayern, hierbei Hinausgehen über den engeren Rahmen des Auftrags (04.06.1935)
  • Bl. 3: Friedrich Bock an Theodor E. Mommsen betreffend Beendigung einer fünfjährigen Zusammenarbeit; Bezugnahme auf ein Schreiben Mommsens vom 3. Mai 1935, hierin Bezeichnung der zuvor schriftlich formulierten Kritik Bocks als "Vorwürfe"; nicht erfüllte Erwartungen bezüglich der Bearbeitung des deutschen Materials sowie der Literaturdurchsicht für Const. VI.2, v.a. hinsichtlich des Zuges Johanns von Böhmen; Bitte um Übersendung des italienischen Materials; Abraten von der Veröffentlichung Mommsens geplanter "Analekten" angesichts scheinbar willkürlicher Archivauswahl; Bekundung von Interesse an weiterhin gutem persönlichen Verhältnis (12.05.1935)
  • Bl. 4: Friedrich Bock an Theodor E. Mommsen betreffend Ablehnung weiterer Mitarbeit nach Übersendung eines unzufriedenstellenden Manuskripts der italienischen Urkunden für Const. VI.2; wütende Kritik an einer angeblich kaum erfolgten Erstellung von Abschriften bzw. Kollationen der Urkunden aus Florenz, Modena, Carpi, Parma, Lucca und Neapel; "verhängnisvolle Sehnsucht" Mommsens nach Publikation der "Analekten" habe die Herstellung eines brauchbaren Textes verhindert; Forderung nach sofortiger Übergabe allen Materials von 1314-1347 an Hans-Eberhard Lohmann sowie der Übersendung des restlichen italienbezogenen Materials an Bock; Zitat aus Mt 6,5 ("Amen dico receperunt mercedem") anstelle einer Verabschiedung, zwischenmenschlicher Bruch (23.05.1935)
  • Bl. 5: Friedrich Bock an Paul Fridolin Kehr betreffend die Arbeit an Const. VI.2; Übersendung einer Abschrift des Briefes an Theodor E. Mommsen vom 23. Mai 1935, Erklärung des Unwillens, "auch nur für einen Tag" weiter mit ihm zusammenzuarbeiten; Umsetzung einer besprochenen Archivreise im Juni 1935, diesbezüglich Rücksprache mit Karl August Fink; zurzeit Druck auf Bock, den Vorsitz im Deutschen Schulverein Rom zu übernehmen; laufende Bauarbeiten im Preußischen Historischen Institut in Rom; gegenwärtig Arbeit an der deutschen Literatur für Const. VI.2 (23.05.1935)
  • Bll. 6-9: Schreiben Theodor E. Mommsens an Paul Fridolin Kehr betreffend die Auseinandersetzung mit Friedrich Bock (24.-28.05.1935)
    • Wiedergabe eines formal und inhaltlich von Kehr gebilligten Briefes an Bock vom 3. Mai 1935, hierin Vorschläge zur sachlich besten Art der zuvor von Bock geforderten Beendigung der Mitarbeit Mommsens an den Constitutiones mit Bitte um baldige Antwort, kein Erhalt einer solchen; weiteres Schreiben vom 16. Mai 1935 (hiermit Übersendung der Arbeiten auf Basis italienischer Urkunden) ebenfalls unbeantwortet geblieben; Wahrnehmung der von Bock erhobenen "Vorwürfe" als unbegründet; Schweigen Bocks als Zeichen interpretiert, "jede Brücke abbrechen" zu wollen; Bitte an Kehr, die Position Bocks sowie den eigenen Standpunkt zu erklären (24.05.1935)
    • Zwischenzeitlich Erhalt des vom 23. Mai 1935 datierten Briefes Bocks, dieser beigefügt; Stellungnahme zu den darin gegen die Arbeiten Mommsens erhobenen Vorwürfen in sechs Punkten; Erklärung, die zu übergebenden Materialien nur direkt an Kehr senden zu wollen; Abbruch des Kontakts mit Bock (25.05.1935)
    • Bezugnahme auf ein Schreiben Kehrs vom 25. Mai 1935, Verständnis für dessen Neutralität im Konflikt zwischen Mommsen und Bock; allerdings Hoffnung auf Zustandekommen einer sachlichen Regelung durch Kehr im Hinblick auf Mommsens Anteile an den bearbeiteten Materialien, z.B. für Heinrich VII.; Freude über Rückkehr Kehrs am 3. Juni 1936 zwecks Unterredung; Dank für Kehrs Bemühungen um Beschaffung eines Rockefeller-Stipendiums für Mommsen, diese Möglichkeit jedoch laut Friedrich Schmidt-Ott nicht mehr gegeben (28.05.1935)
  • Bll. 10-28: Italienischer Archiv- und Reisebericht Theodor E. Mommsens über die Staatsarchive, Kommunalarchive o.ä. von Florenz, Neapel, Palermo, Bologna, Modena, Reggio und Parma sowie die kleineren Archive von Pistoia, Prato, Syrakus und Carpi (keine Datumsangabe)

Bearbeiter: David Heydenreich (2020)

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