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Geschichte des MGH-ArchivsBei der "Gesellschaft für Ältere deutsche Geschichtskunde", die ihren Sitz zunächst (1819-1863) in Frankfurt am Main und dann in Berlin hatte, und bei dem 1935 aus ihr gebildeten "Reichsinstitut für ältere deutsche Geschichtskunde (Monumenta Germaniae Histoirca)" mit Sitz in Berlin sowie der Nachfolgeeinrichtung Monumenta Germaniae Historica. Deutsches Institut für Erforschung des Mittelalters" (zunächst Pommersfelden/Ofr, dann München) sind Geschäftsakten und Arbeitsmaterialien erwachsen, deren heutiger Zustand durch den Zweiten Weltkrieg und die deutsche Teilung gekennzeichnet ist. Ursprünglich wurden die Arbeitsmaterialien in den Wohnungen von Friedrich Böhmer in Frankfurt, anschließend von Georg Heinrich Pertz in Berlin aufbewahrt. Pertz verbrachte sie nach seiner Ernennung zum Leiter der Königlichen Bibliothek in deren Gebäude. Dort wurden sie 1874 nach der Ablösung von Pertz als Leiter der Monumenta von Richard Lepsius , seinem Nachfolger als Bibliotheksdirektor, unter Mitwirkung des Akademiepräsidenten Theodor Mommsen und von Georg Waitz übernommen. Der verheerende Brand in Mommsens Arbeitszimmer im Juli 1880 veranlaßte die Gesellschaft, für besonders wertvolle Materialien und Handschriften einen Panzerschrank anzuschaffen, der im Arbeitszimmer der Privatwohnung von Georg Waitz aufgestellt wurde. Beim Tod von Waitz 1886 waren die Monumenta bereits in die Räume der Königlichen Bibliothek umgezogen. Dort wurden die Archivalien bis 1943 aufbewahrt. Das Institut wurde mitsamt seiner Bibliothek in das Schloß Pommersfelden in Franken verlegt. Die Arbeitsmaterialien verblieben zunächst in Berlin. 1943 kam es zu ersten Auslagerungen ins Kloster Michaelstein bei Blankenburg/Harz. Von diesen 30 Kisten gingen acht verloren, 22 gelangten im Jahr 1948 wieder nach Berlin zurück und wurden der Akademie der Wissenschaften übergeben. Dies ist der Kern des heutigen Bestandes A. Dieser befand sich bis 1992 in der Obhut der Akademie der Wissenschaften der DDR, die sich auch um eine Neuordnung und Verzeichnung bemühte. Umfangreiches Material von Urkundenabschriften und Fotokopien wurde 1944 in einen Schacht des Slazbergwerks Neu-Staßfurt ausgelagert, wo es 1945 verbrannte. Der größte Teil der Geschäftsakten aus der Zeit von 1829-1935 überstand den Krieg in einem Keller der Berliner Universität. Er wurde im Januar 1946 in das Geheime Staatsarchiv nach Berlin-Dahlem überführt, wo damals eine provisorische Berliner Arbeitsstelle der MGH eingerichtet worden war. Als diese Arbeitsstelle an die Berliner Akademie in den Ostteil der Stadt verlagert wurde, zog ein Teil der Akten wieder mit um. Er ist heute dem Bestand A beigefügt. Der größere Teil wurde wegen der politischen Spannungen im Westen einbehalten und als Repositorium 338 des Geheimen Staatsarchivs geführt und dort in einem Findbuch erschlossen. Es handelte sich der Rechsform nach um ein Depositum der MGH. In Pommersfelden und später in München verwahrte das 1945-1948 neu organisierte Institut zunächst nur die an diesen Stellen angefallenen Akten und die ihm nach 1945 übergebenen Materialien. Dieser Bestand, der zunächst nur durch einfache Nummern gezählt wurde, trägt heute die Kennzeichnung B. Das West-Berliner Depositum (338/…) wurde 1975 zurückgefordert, das Ost-Berliner 1992 (A) durch Vertrag mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften an die MGH abgetreten. |